Witterungsreport für April bis August 2007

Präsentiert von:
der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH
 

Im April 2007 dominierten ungewöhnlich stabile Hochdrucklagen das Wettergeschehen über Westeuropa, das eher typisch nasskalte und wechselhafte Wetter des Frühlings blieb fast völlig aus.

In der ersten Monatshälfte bestimmte zunächst Hoch PEGGY das Wettergeschehen in Mitteleuropa. Es wurde gegen Ende des Monats von Hoch RENATE abgelöst. [1]

Beide sorgten für ausgesprochen hohe Temperaturen mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden und extrem geringen Niederschlägen. Die teilweise völlig ausbleibenden Niederschläge in weiten Landesteilen machten den Monat zum trockensten April seit Messbeginn.


Abbildung 1: Niederschlagssummen im April und zum Vergleich im Mai 07 [2]
 

Nach dem für die Windmüller besonders ertragreichen Januar 2007 konnte sich die Photovoltaik- und Solarthermie-Branche über hohe Ertragswerte freuen. Andererseits führte die anhaltende Trockenheit zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft.

Ganz im Kontrast zum April stand der darauf folgende Mai - auf den trockensten April seit 1901 folgte der nasseste Mai seit Messbeginn. Eine maximale Niederschlagsumme von 27 mm in Bayern im Monat April steht einer mittleren Niederschlagssumme von 127 mm für das gesamte Bundesgebiet im Mai gegenüber. Ausgelöst wurden die hohen Niederschläge durch den beständigen Durchzug von Tiefdruckgebieten, vor allem aus Nordwesten.

Die Temperaturen lagen für den neunten Monat in Folge über dem langjährigen Mittelwert; jedoch erfolgte gegen Monatsende ein Kaltlufteinbruch bei Durchzug des Tiefs MARIAN.


Abbildung 2: Wetterkarte vom 29. Mai 2007 [3]
 

Genauso regenreich entwickelte sich der Juni, wobei es hier jedoch starke regionale Unterschiede gab. Die Tiefs QUINTUS und URIAH brachten heftige Gewitter, Starkregen und zum Teil auch Hagel und Sturm mit sich.

Das Windaufkommen in den Monaten seit Januar 2007 entsprach dagegen recht genau dem langjährigen Mittel und blieb von den Extremwerten bei Niederschlag und Temperatur des Frühjahres unbeeinflusst.

Das unbeständige Wetter setzte sich auch Anfang Juli fort. Es folgte ein rapider Anstieg der Temperaturen zur Mitte des Monats mit dem Temperaturmaximum am 16. Juli. Dieser Einfluss subtropischer Luftmassen aus Südwesten wurde in der zweiten Hälfte des Monats von vorherrschenden Westwetterlagen verdrängt, die auch das Wetter im August prägten.


Abbildung 3: Höchsttemperaturen am 16. Juli 2007 [4]
 

Auch in diesen beiden Monaten fiel überdurchschnittlich viel Niederschlag, zusätzlich gab es im Juli eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Regentagen.

Um den 22. August führte Tief QUIRINUS in Westdeutschland zu Starkniederschlägen und regional auch zu Überflutungen.


Abbildung 4: Bodenwetterkarte vom 22.08.2007 [1]
 

Das Windaufkommen lag im Juli erstmals seit Januar wieder deutlich über dem langjährigen Mittel und profitierte damit von dem starken Einfluss der Westwindströmung.

Im August ging es allerdings wieder bis knapp unter das langjährige Mittel zurück, wie die Daten des Windmessnetzes der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH ausweisen.

In der Summe über die ersten acht Monate des Jahres 2007 ergibt sich ein überdurchschnittliches Windangebot im Vergleich zum langjährigen Mittel des Zeitraums 1977 bis 2006.


Quelle:

[1] Bodenwetterkarte und Namen der Druckgebilde:
www.wetterpate.de

[2] Niederschlagskarte:
www.dwd.de

[3] editierte Wetterkarte der Wetterzentrale:
www.wetterzentrale.de

[4] Temperaturkarte:
www.wetteronline.de

 

Autoren: Andreas Köhl, Philip Tafarte
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH