Witterungsreport August 2005

Präsentiert von:
Firma AL-PRO in Zusammenarbeit mit der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH
 

Der August war in allen Windindexregionen vom Windangebot her ein überdurchschnittlicher Monat. Abbildung 1 zeigt die langjährigen monatsmittleren Windgeschwindigkeiten für den August (links) und das Monatsmittel für den August 2005 (rechts). Im Norden Deutschlands wurden monatliche Windgeschwindigkeiten von über 5 m/s erreicht, ganz im Norden sogar 6 m/s. Im Süden Deutschlands wurde das langjährige Monatsmittel für den August mit etwa 0,5 m/s überschritten.

Zu Beginn war der August 2005 überwiegend durch die von Tiefdruckeinfluss dominierten West- und Nordwestwetterlagen und damit durch eine windige und wechselhafte Witterung geprägt. Da sich das Azorenhoch nur selten nach Nordosten ausdehnte und sich keine blockierenden Hochdruckgebiete oder Hochdruckbrücken entwickeln konnten, wurde das Wetter in Deutschland von den Tiefdruckgebieten HANSI, JOACHIM, und dem ehemaligen Hurrikan FRANKLIN und deren Ausläufern bestimmt.
 

Abbildung1:
langjährige monatsmittlere Windgeschwindigkeit für den August

 
Abbildung2:
monatsmittlere Windgeschwindigkeit für den August 2005

 
 

Das zweite Drittel des Monats wurde durch das relativ ortsfeste kräftige Tiefdruckgebiet ISIDOR über Skandinavien beeinflusst. Im Norden Deutschlands setzte sich die windige und wechselhafte Witterung fort. Im Süden Deutschlands war es in dieser Periode etwas windärmer, dafür aber freundlicher.
 

Abbildung 3: Vb-Wetterlage. Das Tief NORBERT mit seinem Zentrum über Norditalien. In den folgenden Tagen zog es Richtung Polen und führte die im Text genannten Überschwemmungen herbei. [3]
 

Mit dem Zusammenbruch von ISIDOR wurde der Einfluss des Tiefdruckgebiets KLAUSJÜRGEN über der Nordsee stärker. Frontensysteme überquerten Deutschland von Ost nach West und bewirkten windiges Schauerwetter mit Gewittern.

Zur Monatsmitte stellte sich die Wetterlage vorübergehend um. Das Azorenhoch dehnte sich nach Nordosten aus; es bildete sich eine langgestreckte Hochdruckzone quer über Europa. In deren Zentrum entwickelte sich das Hochdruckgebiet EDDA, und eine kurze windärmere Periode setzte ein.

Dem Hochdruckgebiet EDDA wurde relativ schnell von den Tiefdruckgebieten MITRI und NORBERT Konkurrenz gemacht, so dass sich keine langanhaltende stabile Hochdrucklage einstellen konnte.

Stattdessen entwickelte sich mit NORBERT zu Beginn des letzten Monatsdrittels eine Vb-Wetterlage (siehe Abbildung 1). Diese entsteht, wenn ein Tief vom Golf von Genua über die Ostalpen in Richtung Polen zieht. Es folgten intensive Regenfälle in der Schweiz, in Österreich und im Süden Deutschlands, die zu erheblichen Überschwemmungen führten. Der Norden des Landes stand dagegen unter leichtem Hochdruckeinfluss.

Mit dem Durchzug des Sturmtiefs OEDIPUS auf einer Zugbahn von Island über den Norden der Britischen Inseln vorbei an der Küste Skandinaviens folgte anschließend in Norddeutschland eine kurze stürmische Witterungsperiode. Im Süden Deutschlands wurde durch leichten Hochdruckeinfluss die Wirkung von OEDIPUS und seinen Ausläufern abgeschwächt.

Zum Monatsende entwickelte sich über Europa eine ausgedehnte Hochdruckzone mit GABRIELE im Zentrum, dadurch wurde eine windärmere Spätsommerperiode eingeleitet.

Quellen:

[1] Namen der Druckgebilde:
www.wetterpate.de

[2] Graphiken erstellt mit Hilfe von Daten des NCEP/NCAR-Reanalyseprojekts:
www.cdc.noaa.gov

[3] Wetterkarte:
www.wetterzentrale.de

 

Autorin: Dipl. Met. Jana Sebecker