Witterungsreport Dezember 2005

Präsentiert von:
der Firma AL-PRO in Zusammenarbeit mit der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH
 

Krieg oder Frieden? Auch beim Wetter gibt es Streit - und zwar ständig. Hoch- und Tiefdruckgebiete und die mit ihnen transportierten Luftmassen streiten sich um die Wettervorherrschaft. Für Windparkbetreiber bedeutet das: Wind oder Flaute.

Auch im Dezember 2005 kam es (glücklicherweise) über Mitteleuropa zu keinem Waffenstillstand. Der Gewinner war - über ganz Deutschland betrachtet - der Wind.

Aber erst einmal zum Anfang zurück: Zu Beginn des Dezembers verlagerte sich das Hoch ZOFIA von Mitteleuropa über Polen nach Russland. Anfangs herrschte es noch über den Osten Deutschlands. Davongejagt wurde es dann aber von dem atlantischen Tiefdruckgebiet VITUS, das sich die Britischen Inseln als Hauptquartier ausgesucht hatte und seine Stellung dort etwa bis zum 06. Dezember behaupten konnte. Es musste schließlich zugunsten eines sehr kräftigen Azorenhochs weichen. Das verband sich mit dem Hoch ANKE zu einer Hochdruckbrücke über Mitteleuropa.

Die Seite der Tiefdruckgebiete fühlte sich daraufhin erst recht herausgefordert.

In der Zeit der Herrschaft der Hochdruckgebiete über Mitteleuropa bildete sich eine Allianz der Tiefdruckgebiete im hohen Norden und schmiedete einen Plan. Das Ergebnis war ein kräftiger Höhentrog mit einem winterlichen Sturmtief namens DORIAN, das zur Monatsmitte zunächst über Skandinavien Stellung bezog (siehe Abbildung 1). Der Einfluss der Hochdruckgebiete auf Deutschland wurde verringert. DORIAN brachte für Deutschland außer kräftigem Wind auch reichlich Schnee.


Abbildung 1: Sturmtief DORIAN über Skandinavien und Hochdruckgebiet BIRTE über dem Nordatlantik [2].
 

Sturmtiefs ziehen jedoch im Allgemeinen schnell weiter - so auch DORIAN, welches nach Nordosten zog. Die geschwächte Seite der Hochdruckgebiete nutzte die Chance und eroberte sich mit BIRTE und CARMEN zu Beginn des letzten Monatsdrittels einen kleinen Teil des Einflussgebietes zurück. Dennoch konnten Ausläufer der Tiefdruckgebiete ERNST und FRANZ vor Weihnachten auf Deutschland übergreifen.

Über die Feiertage versuchte das Hochdruckgebiet DALIA weiteren Tiefdruckgebieten das Vordringen Richtung Westen durch einen geschickten Vorstoß vom Atlantik Richtung Norden zu verhindern. Es hatte jedoch nicht mit der starken Allianz der Tiefdruckgebiete GEORG, HOLGER und IRVINE gerechnet. Sie umkreisten DALIA, umschlossen sie und trennten damit ihre Verbindung zum Azorenhoch.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Monat Dezember der Einfluss der Tiefdruckgebiete auf Deutschland überwog, der Dezember somit im deutschen Durchschnitt leicht überdurchschnittlich, jedoch im langjährigen Mittel unterdurchschnittlich war.

Hoffen wir also auch weiterhin auf konfliktreiche Zeiten zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten.


Quellen:

[1] Bezeichnung der Druckgebiete:
www.wetterpate.de

[2] Wetterkarte:
www.wetterzentrale.de

 

Autorin: Dipl. Meteorologin Jana Sebecker (AL-PRO)