Witterungsreport Januar 2006

Präsentiert von:
der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH in Zusammenarbeit mit der Firma AL-PRO
 

Das Windjahr 2006 begann so windarm, wie das Windjahr 2005 endete. Der Januar war überwiegend von Hochdruck geprägt, so dass die windbringenden Tiefdrucksysteme kaum eine Chance hatten, ihre Wirkung zu entfalten. Somit war der Windmonat Januar wiederum unterdurchschnittlich.

Der Anfang des Monats Januar war durch tiefen Luftdruck, verursacht durch einen Höhentrog über Nord- und Mitteleuropa geprägt. Das Tief ANNEKATHRIN brachte an seiner Vorderseite milde und feuchte Luft und verursachte so wechselhaftes Wetter. Die Windgeschwindigkeiten blieben jedoch abgesehen von einigen Sturmböen auf den Höhen der Mittelgebirge gering.

Ab dem 5. Januar war das blockierende Hoch ANDREAS über Südskandinavien wetterbestimmend für Mitteleuropa. Es entwickelte sich eine Inversion mit viel Sonnenschein in den höheren Lagen und Nebel in den Niederungen. Der Wind blieb jedoch wieder aus.

ANDREAS verlagerte sich allmählich nach Osteuropa, so dass am 11. Januar Tief DORIS mit Kern südöstlich von Island im Norden und der Mitte Deutschlands einigen Wind brachte. Die nächsten Tage wurden von Hoch BRUNO bestimmt, dieses verursachte zunehmenden Sonnenschein und sinkende Temperaturen.

Sein Rückzug nach Südosten machte den Weg für die Tiefs HENRIKE, IRINA, JEANETTE und KERSTIN frei, die in rascher Folge vom 17. bis 21. Januar Deutschland von West nach Ost überquerten und für reichlich Wind sorgten. Am 20. wurde auf dem Wendelstein eine Orkanböe mit 133 km/h gemessen.

Ab dem 22. Januar gewann das Hoch CLAUS über Osteuropa stark an Einfluss, es führte sehr kalte arktische Luft nach Deutschland, so dass die Temperaturen im Osten Deutschlands vereinzelt unter -20°C fielen.

Ein namenloses Tief sorgte am 25 und 26. Januar mit seiner Zugbahn von Jütland nach Südwesten vorübergehend für Erwärmung, bevor sich mit Hoch DRAGO wieder ruhiges und winterliches Wetter durchsetzte. Der anfängliche Sonnenschein wurde aber bald durch Inversionsbildung getrübt, so dass sich teilweise zäher Nebel bildete.


Abbildung 1: Wetterkarte [1] vom 23.01.2006. Das Hoch CLAUS über Osteuropa bringt arktische Kaltluft nach Deutschland.
 

Das letzte Januardrittel blieb durch den Hochdruckeinfluss nur windschwach und trug somit zur allgemeinen Windarmut im Januar bei.


Quellen:

[1] Bezeichnung der Druckgebiete:
www.wetterpate.de

 

Autor: Dipl.-Met. Eik Steinbach (Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH)