Witterungsreport für Januar bis Dezember 2013

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der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH

2013: Windschwächstes Jahr seit fast zwei Jahrzehnten

Mit dem Jahr 2013 ist das windschwächste Jahr seit 1996 zu Ende gegangen. Wie die Auswertung der Messung in Königshain in Sachsen (Messstation der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH) ergab, lag das Windangebot bei nur 74 % des Mittelwertes aus dem Vergleichszeitraum von 1993 bis 2012. Lediglich die Monate Juni, Oktober und Dezember lagen geringfügig über den langjährigen Mittelwerten für diese Monate, wohingegen vor allem das sonst ertragreiche erste Quartal weniger als zwei Drittel, die Monate Februar und Juli sogar weniger als die Hälfte des Ertrages brachten, der für diese Zeiträume normal gewesen wäre.

Auch die Abfolge der Monatswerte des Leistungsdichte-Index seit 2010 (Abbildung 1) illustriert die außergewöhnliche Windarmut des Jahres 2013. In der Historie der Langzeit-Messstation Königshain muss man bis zum Jahr 1996 zurückgehen, um einen ähnlich niedrigen Jahresmittelwert des Leistungsdichte-Index (73 %) zu finden.

Vergleich Leistungsdichte-Indizes

Abbildung 1:  Vergleich der Leistungsdichte-Indizes [1]  (Anm.: Januarwert 2010 unvollständig; Dezemberwert 2010, November- und Dezemberwert 2011 aufgrund geringer Datenverfügbarkeit aus Regression mit WEA-Daten ermittelt)

Das Jahr 2013 begann ausgesprochen sonnenscheinarm. Mit durchschnittlich nur 22 Sonnenstunden, im Westen Deutschlands gebietsweise sogar weniger als 10 Sonnenstunden (z.B. 6 Stunden in Eifel und Hunsrück), war der Januar der trübste Monat seit Dezember 1993 und sogar der trübste Januar seit Aufzeichnungsbeginn 1951. Dass sich auch die Temperaturen in Extremen bewegten, lässt die Durchschnittstemperatur, die sich nahe dem langjährigen Mittel bewegte, kaum vermuten. Das lag daran, dass sich die extrem milden Temperaturen an Monatsanfang und -ende und der heftige Frost in der Monatsmitte beim Mittelwert gegenseitig ausglichen. Ähnlich sah es auch bei den Niederschlägen aus, wobei diese nicht zeitlich, sondern regional sehr unterschiedlich ausfielen. Hier steht ein schneereicher Südosten einem relativ trockenen Westen gegenüber.

Sonnenscheindauer und Niederschlagshöhe im Januar 2013

Abbildung 2:  Sonnenscheindauer (absolut in h und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) und Niederschlagshöhe (relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im Januar 2013 [2] 

Stürmisch wurde es nur an Monatsanfang und -ende. Orkantief Jolle brachte es in den letzten Januartagen auf Windgeschwindigkeiten von mehr als 130 km/h in den Bergen (z. B.: 133 km/h – Brocken) und mehr als 90 km/h an der Küste und im Binnenland, Sturmtief Lennart sogar auf über 140 km/h in den Bergen und mehr als 100 km/h im Flachland.

Die trübe und nach mildem Monatsanfang vor allem kalte Witterung setzte sich im Februar 2013 fort. Wenig Sonne, viel Frost und eine unausgewogene Verteilung der Niederschläge – viel Schnee im Süden Deutschlands, wenig Niederschläge dagegen im Norden – charakterisierten diesen Monat.

Niederschlagshöhe im Februar 2013

Abbildung 3:  Niederschlagshöhe (absolut in mm und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im Februar 2013 [2]

Mit nur 38 % des Windangebots aus dem Vergleichszeitraum von 1993 bis 2012 (laut Messung Königshain) blieb der Februar am weitesten hinter den Erwartungen zurück. Höhere Windgeschwindigkeiten gab es nur am Monatsanfang. So machte sich zum Monatswechsel Januar / Februar beispielsweise Sturmtief Mark mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h in den Bergen und 100 km/h im Binnenland bemerkbar.

Nach einem ausgesprochen milden Monatsbeginn mit regional neuen Wärmerekorden für einen März wurde dieser Monat noch zum kältesten März seit dem Jahr 1987. Zwar reichte auch der Neuschnee regional für neue Rekorde, dennoch war der Monat insgesamt vergleichsweise trocken. Insbesondere im Nordseeraum fielen kaum Niederschläge. Allerdings war es nun mit der trüben Witterung vorbei. Die Sonne zeigte sich wieder mit normaler Häufigkeit.

Monatsmittel der Temperatur im März

Abbildung 4:  Märzmittel der Temperatur 1962-2013 an der Messstation des Instituts für Meteorologie, Universität Leipzig [4]

Auch die Sturmtiefs, die sich gleichmäßig über den Monat verteilten, änderten nichts daran, dass der Monat vergleichsweise windschwach bilanzierte. Selbst das schwerste Sturmtief Andreas Mitte des Monats brachte es gerade einmal auf 128 km/h auf der Zugspitze und über 80 km/h im Flachland.

Nach einem winterlichen ersten Monatsdrittel wurde es im April 2013 schon nach wenigen Tagen sommerlich warm. Zusammen mit einigen über den Monat verteilten Kaltlufteinbrüchen ergab das einen recht durchschnittlichen Mittelwert für die Temperatur. Wie am Jahresanfang lagen die Niederschlagsmengen insgesamt im Durchschnitt, verteilten sich aber recht ungleichmäßig über Deutschland. Gleiches gilt auch für die Sonnenscheindauer. Ein sonniger und trockener Nordosten und ein trüber und nasser Südwesten bilden diesbezüglich die Extremwerte.

Stürmisch war es nur in der Mitte des Monats. Dabei brachte Sturmtief Karlheinz Windgeschwindigkeiten über 130 km/h in den Bergen mit sich, wohingegen sich Sturmtief Nils vor allem im Flachland (z. B.: 107 km/h – Glücksburg-Meierwik) austobte.

Wetterkarte vom 11. April 2013

Abbildung 5:  Wetterkarte vom 11. April 2013 [6]

Ein recht kühler und ausgesprochen trüber Mai 2013 brachte Rekordniederschläge mit sich. Während in einigen Regionen neue Rekorde für Regenmengen und geringe Sonnenscheindauer aufgestellt wurden, zeigten sich vor allem der Osten und – in Bezug auf die Niederschläge – auch der Norden vergleichsweise freundlich und lagen deutlich näher an den langjährigen Mittelwerten. Die Niederschläge brachten regional auch Überschwemmungen mit sich.

Niederschlagshöhe im Mai 2013

Abbildung 6:  Niederschlagshöhe (absolut in mm und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im Mai 2013 [2]

Das Windangebot des Monats Mai lag relativ nahe dem langjährigen Mittelwert, der für diesen Monat allerdings ohnehin recht gering ist. Lediglich Sturmtief Yago sorgte gegen Ende der ersten Monatshälfte mit Geschwindigkeiten von mehr als 90 km/h vor allem im Flachland für etwas Wind.

Der Juni 2013 machte durch enorm viel Regen und ein verheerendes Hochwasser an Elbe, Mulde, Saale und Donau von sich reden. Auch in diesem Monat täuschen die den langjährigen Mittelwerten recht nah kommenden Durchschnittswerte für Sonnenscheindauer und Temperatur über die Extreme des Monats hinweg. Das nach dem verregneten Monatsanfang einsetzende Sommerwetter wurde immer wieder von Unwettern unterbrochen.

Muldenbrücke Kössern am 3. Juni 2013

Abbildung 7: Muldenbrücke in Kössern bei Grimma (Sachsen) am 3. Juni 2013 [Foto: Eik Steinbach]

Der im langjährigen Mittel windschwächste Monat Juni überbot 2013 diesen Mittelwert aus dem Vergleichszeitraum von 1993 bis 2012 (laut Messung Königshain) um ganze 7 % – der höchste Wert dieses Jahres. Ihren Beitrag dazu leisteten gegen Mitte des Monats die Sturmtiefs Jörn und Karlheinz sowie gegen Ende des Monats das Unwettertief Norbert vor allem im Flachland und an der Küste.

Der Juli 2013 war ausgesprochen sonnig, heiß und trocken. In allen drei Punkten brach der Juli regional Rekorde. Das sommerliche Wetter wurde meist nur durch lokale Schauer und Gewitter kurzzeitig unterbrochen, bevor gegen Monatsende teils heftige Unwetter regional abermals mit Hochwasser die Hitzewelle beendeten.

Lufttemperatur im Juli 2013

Abbildung 8:  Lufttemperatur (absolut in °C) und Temperaturabweichung im Juli 2013 (Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 in K) [2]

Dass mit dem Juli der windschwächste Monat des Jahres im Sommer liegt, ist keine Überraschung. Der Juli 2013 war allerdings mit einem Index von 0,28 auch der windschwächste Monat überhaupt seit Beginn der Messung Königshain in Sachsen im Jahr 1993.

Nachdem der August 2013 im Süden Deutschlands mit heftigen Unwettern begonnen hatte, bilanzierte er insgesamt leicht überdurchschnittlich warm, sonnig und deutlich trockener als im langjährigen Mittel. Dabei waren der Norden und Osten des Landes deutlich sonniger und trockener als der Rest. Sturmtiefs blieben in diesem Monat gänzlich aus. Insgesamt erbrachte das Windangebot in diesem Monat etwa zwei Drittel des langjährigen Monatsmittels (Messung Königshain).

Niederschlagshöhe im August 2013

Abbildung 9:  Niederschlagshöhe (absolut in mm und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im August 2013 [2]

Während die Durchschnittstemperatur im September 2013 genau den Mittelwert für einen September aus den letzten 30 Jahren traf, fiel der Monat insgesamt eher trüb und feucht aus. Dies lag vor allem am wechselhaften Wetter in der Monatsmitte, wohingegen Monatsanfang und -ende eher den Erwartungen an einen September entsprachen.

Stürmisch war es im September vor allem Mitte des Monats. Dabei machten sich das Orkantief Roland vor allem im Binnenland und das Sturmtief Schorsch eher in den Bergen bemerkbar.

Monatsmittel der Temperatur an der Messstation des Instituts für Meteorologie, Universität Leipzig

Abbildung 10:  Monatsmittel der Temperatur an der Messstation des Instituts für Meteorologie, Universität Leipzig [4]

Der Oktober 2013 zeigte sich von recht unterschiedlichen Seiten. Nachdem der Monat kühl, trüb und verregnet begonnen hatte, wurde es im letzten Monatsdrittel außergewöhnlich sonnig und warm, sodass sowohl die durchschnittliche Temperatur, als auch die Niederschlagsmenge am Ende deutlich über, die Sonnenscheindauer hingegen knapp unter dem langjährigen Mittel lagen.

Den ganzen Monat hindurch erreichten immer wieder Sturmtiefs Deutschland – die stärksten gegen Ende des Monats. In den Bergen machte sich Sturmtief Burkhard mit Windgeschwindigkeiten von 135 km/h auf dem Brocken am stärksten bemerkbar. Die heftigsten Auswirkungen hatte allerdings Orkantief Christian. Hierbei wurden Windgeschwindigkeiten von über 190 km/h an der Küste (z. B.: 191 km/h – Borkum, Helgoland-Oberland) und über 160 km/h im Flachland (z. B.: 168 km/h – Glücksburg-Meierwik) gemessen.

Wetterkarte vom 28. Oktober 2013

Abbildung 11:  Wetterkarte vom 28. Oktober 2013 [6] 

Im Mittel recht durchschnittlich war der November 2013. Lediglich die Sonnenscheindauer lag etwas unter dem Erwartungswert. Bezüglich der Temperaturen begann der Monat recht mild und wurde dann nach und nach immer kühler. Der Löwenanteil der Niederschläge konzentrierte sich allerdings auf das erste Monatsdrittel. Die Sonnenstunden waren ungleichmäßig verteilt. Während es im Norden Deutschlands vergleichsweise sonnig war, charakterisierte den Süden und Westen ausgesprochen trübe Witterung.

Auch stürmische Wetterlagen konzentrierten sich vor allem auf das erste Monatsdrittel. In den Bergen machte sich dabei das Randtief Luis mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 130 km/h am stärksten bemerkbar. Im Flachland gab es mit mehr als 100 km/h das höchsten Windgeschwindigkeiten bei Sturmtief Friedrich.

Lufttemperatur im Dezember 2013

Abbildung 12:  Lufttemperatur (absolut in °C) und Temperaturabweichung im Dezember 2013 (Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 in K) [2] 

Außergewöhnlich mild, trocken und sonnig zeigte sich der Dezember 2013. Deutschlandweit war das Wetter allerdings sehr geteilt. Zwar dominierten hohe Temperaturen, wenig Niederschläge und viel Sonne den Großteil des Landes, im Norden und Westen sah es allerdings ganz anders aus. Hier war es recht trüb und auch kälter als im Rest des Landes. Wie bereits im Jahr 2012 war es dann um Weihnachten herum regelrecht frühlingshaft.

Der letzte war zugleich auch der windstärkste Monat des Jahres 2013. Er brachte es immerhin auf 105 % des Dezembermittelwertes aus den Jahren 1993 bis 2012 – relativ betrachtet der zweithöchste Wert des Jahres nach dem Juli (Messung Königshain). Sturmtiefs konzentrierten sich vor allem am Anfang und am Ende des Monats. Orkantief Xaver, das den Reigen eröffnete, war zugleich auch das heftigste Tief des Monats. Windgeschwindigkeiten von mehr als 180 km/h an der Küste und mehr als 150 km/h im Flachland wurden gemessen. In den Bergen hingegen wirkte sich Orkantief Dirk (z. B.: 170 km/h – Brocken) gegen Ende des Monats am stärksten aus.

Wetterkarte vom 6. Dezember 2013

Abbildung 13:  Wetterkarte vom 6. Dezember 2013 [6]] 


Quellen:

[1] Messdatenauswertung – Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH:
http://www.windgutachten.de

[2] Deutscher Wetterdienst:
http://www.dwd.de

[3] Monatsrückblick von WetterOnline:
http://www.wetteronline.de/wetterrueckblick/

[4] Institut für Meteorologie, Universität Leipzig:
http://www.uni-leipzig.de

[5] Meteomedia Unwetterzentrale:
http://www.unwetterzentrale.de/uwz/

[6] Institut für Meteorologie FU Berlin:
http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate/

 

zusammengestellt von: René Nowka, Eik Steinbach, Andreas Köhl
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH