Witterungsreport für Januar bis Dezember 2014

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der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH

2014: Der nächste Superlativ für windschwache Jahre

Hatten wir das Jahr 2013 schon als das windschwächste Jahr seit 1996 bezeichnet, so wird es nun vom Jahr 2014 noch übertroffen. Mit nur 76 % des Mittelwertes aus dem Vergleichszeitraum von 1994 bis 2013 weist die Auswertung der Messung in Königshain in Sachsen (Messstation der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH) annähernd denselben Wert aus wie im besagten Jahr 1996. Diesmal war der Dezember allerdings der einzige Monat, dessen Windangebot über dem Mittelwert für diesen Monat aus dem Vergleichszeitraum lag. Lediglich der Mai kam noch recht nah an sein langjähriges Mittel heran. Der Januar – üblicherweise der Spitzenmonat in Bezug auf Erträge – lag bei weniger als zwei Dritteln des normalen Wertes. Und die Herbstmonate Oktober und November waren ebenso windarm, wie es sonst nur für den Sommer üblich ist. Über die Abfolge der Monatswerte des Leistungsdichte-Index seit 2010 (Abbildung 1) lässt sich somit im Wesentlichen dasselbe sagen wie im Vorjahr.

Vergleich der Leistungsdichte-Indizes

Abbildung 1:  Vergleich der Leistungsdichte-Indizes [1]  (Anm.: November- und Dezemberwert 2011 aufgrund geringer Datenverfügbarkeit aus Regression mit WEA-Daten ermittelt)

Auch sonst war 2014 ein Jahr der Superlative. So handelte es sich laut [3] um das wärmste Jahr seit Messbeginn. Das zeigt sich auch an den Durchschnittstemperaturen der einzelnen Monate und verdeutlicht den Klimawandel recht anschaulich.

Monatsmittel der Temperatur 2014

Abbildung 2:  Monatsmittel der Temperatur [°C] im Jahr 2014 an der Messstation des Instituts für Meteorologie, Universität Leipzig [4] 

Der Umstand, dass sich die Werte für die Durchschnittstemperatur, die Niederschlagsmenge sowie die Sonnenscheindauer im Januar 2014 im Bereich des langjährigen Mittels bewegten, kann leicht darüber hinwegtäuschen, dass es ein Monat der Extreme war. Er begann ausgesprochen warm und frühlingshaft. Erst das letzte Monatsdrittel brachte einen deutlichen Wetterumschwung. Die Grenzwetterlage, die das Land nun beherrschte, brachte dem Süden und Westen Deutschlands zwar kühlere, aber dennoch recht milde Temperaturen. Im Norden und Osten hingegen fielen die Temperaturen auf arktisches Niveau. In Bodennähe wurden vereinzelt Tiefsttemperaturen von bis zu -25 °C gemessen. Auch die Schneemengen überstiegen in dieser Zeit das in Norddeutschland gewohnte Maß.

Tiefsttemperaturen [°C] am 26. Januar 2014

Abbildung 3:  Tiefsttemperaturen [°C] am 26. Januar 2014 [3] 

Daran, dass das Windangebot in diesem Monat bei nur 60 % des Durchschnittes aus dem Vergleichszeitraum von 1994 bis 2013 (laut Messung Königshain) lag, konnten auch die Orkan- und Sturmtiefs nichts ändern, die sich vor allem im ersten und im letzten Monatsdrittel in Deutschland austobten. Dem Flachland brachte das Orkantief Anne (z. B.: 119 km/h – Issum) am Monatsanfang die heftigsten Böen, wohingegen sich ein Randtief von Sturmtief Kaat gegen Monatsende in den Bergen (z. B.: 150 km/h – Nebelhorn) am stärksten auswirkte. [5]

Wetterkarte vom 6. Februar 2014

Abbildung 4:  Wetterkarte vom 6. Februar 2014 [6]

Der Frühling begann 2014 bereits Anfang Februar. Dieses Wetter ließ schon Wochen früher als üblich die Natur erblühen und brachte auch Zugvögel bereits aus südlicheren Gefilden nach Deutschland zurück. Deutlich wärmer, trockener und sonniger war es vor allem im Osten und Süden des Landes. Dies prägt auch die Durchschnittswerte für das gesamte Land recht deutlich. Lediglich der Westen und Nordwesten erlebten einen etwas regnerischeren und trüberen Monat. Nachtfrost gab es hingegen nur selten und an einigen Orten im Land während des gesamten Monats nicht.

Der Februar erbrachte mit 88 % des Mittelwertes aus dem Vergleichszeitraum von 1994 bis 2013 an der Messung Königshain ein deutlich höheres Windangebot als der Vormonat. Stürmisch wurde es dabei vor allem in der ersten Monatshälfte. Die höchsten Windgeschwindigkeiten brachte Sturmtief Qumaira gegen Anfang des Monats mit sich. Dabei wurden mehr als 140 km/h in den Bergen (z. B.: 148 km/h – Brocken) und über 100 km/h im Flachland gemessen.

Ein Monat der Rekorde wurde der März 2014. Die Monatsmitteltemperatur stellte die Wärmerekorde für einen März aus den Jahren 1938 und 1989 ein. Auch bei der Sonnenscheindauer war zuletzt der März der Jahre 1953 und 2011 geringfügig ergiebiger. Mit nur etwa einem Drittel des langjährigen Mittels der Niederschläge war dieser Monat auch extrem trocken. Einen trockeneren März gab es während der letzten 130 Jahre nur 1929, 1953 und 2012. Die regionalen Unterschiede blieben vergleichsweise gering. Wärmerekorde wurden vor allem im Westen und Norden an fast jeder Wetterstation gebrochen. Die Sonne schien im äußersten Südwesten am längsten, im Norden hingegen am wenigsten.

Temperaturabweichung, Niederschlagshöhe und Sonnenscheindauer im März 2014

Abbildung 5:  Temperaturabweichung (Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 in K),  Niederschlagshöhe und Sonnenscheindauer (relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im März 2014  [2]

Eine stürmische Wetterlage stellte sich am Anfang der zweiten Monatshälfte ein. An der Küste zeigte vor allem Sturmtief Ev zur Monatsmitte seine Kraft (z. B.: 142 km/h – Hiddensee-Dornbusch). Im Rest des Landes wurden bei Sturmtief Hannelore im späteren Verlauf des Monats die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen (z. B.: 138 km/h – Brocken; 109 km/h – Stadthagen).

Das Aprilwetter 2014 erinnerte eher an einen typischen Mai. Vor allem bei den Temperaturen scheint sich ein neuer Trend abzuzeichnen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 gab es einen noch wärmeren April nur innerhalb der letzten paar Jahre: 2007, 2009 und 2011. Niederschlagsbilanz und Sonnenscheindauer rangieren jedoch nah an ihren jeweiligen langjährigen Mittelwerten. Lediglich die Monatsmitte fiel etwas kühler aus, brachte regional frostige Nächte und den Bergen ein wenig Schnee. Gegen Ende des Monats wurde es dann richtig sommerlich, wobei regionale Wärmegewitter mit Starkregen, Hagel und Überschwemmungen für Aufsehen sorgten.

Lediglich zwei Sturmtiefs mischten sich in die ansonsten frühsommerliche Witterung. In der Nordhälfte Deutschlands machte sich hauptsächlich Sturmtief Maria mit Windgeschwindigkeiten über 90 km/h (z. B.: 111 km/h – Hiddensee-Dornbusch; 100 km/h – Brocken; 98 km/h – Berlin-Wannsee) bemerkbar. Randtief Repica zeigte sich hingegen in ganz Deutschland gleichermaßen (z. B.: 120 km/h – Zugspitze; 96 km/h – Oderwitz).

Aprilmittel der Temperatur 1962-2014

Abbildung 6:  Aprilmittel der Temperatur 1962-2014 an der Messstation des Instituts für Meteorologie, Universität Leipzig [4]

Der Mai 2014 bildete einen kühlen, feuchten und aprilhaft launischen Kontrast zu den Vormonaten. Die Sonnenscheindauer lag knapp 20 % unter dem langjährigen Mittelwert und unterbot damit – wie auch schon der April – selbst den März dieses Jahres. Besonders trüb war es dabei am Alpenrand, wohingegen man sich rund um Rügen über den meisten Sonnenschein freuen konnte. Zwar ist bei der Niederschlagsmenge der Unterschied zum langjährigen Mittel nicht allzu groß, jedoch fiel doppelt so viel Regen wie im April und sogar fünfmal so viel wie im März 2014. Lediglich in Teilen Baden-Württembergs blieb es etwas trockener als gewohnt; ansonsten kam es regional sogar durch starke Gewitter zu Überflutungen. Nach über eineinhalb Jahren lag die Monatsdurchschnittstemperatur zum ersten Mal wieder unter den für den Monat üblichen Werten. Nachdem es anfangs regional sogar noch wiederholt Nachtfrost gab, stiegen die Temperaturen erst in der zweiten Monatshälfte in den für diese Jahreszeit normalen Bereich.

Sonnenscheindauer und Temperaturabweichung im Mai 2014

Abbildung 7:  Sonnenscheindauer (absolut in h und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) und Temperaturabweichung (Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 in K) im Mai 2014  [2]

Das Windangebot des Monats Mai brachte es auf immerhin 99 % des Wertes aus dem Vergleichszeitraum von 1994 bis 2013 (laut Messung Königshain). Dazu trugen mit Sicherheit auch drei Sturmtiefs in der ersten Monatshälfte bei. Dabei machte sich Sturmtief Waldegund mit Geschwindigkeiten von mehr als 90 km/h (z. B.: 113 km/h – Brocken; 96 km/h – Lübz) am deutlichsten bemerkbar.

Vor allem im Süden des Landes war der Juni 2014 ein warmer, trockener und sonniger Monat, bilanzierte aber andernorts eher durchschnittlich. Alles in allem also ein eher unspektakulärer Monat, wären da nicht die extreme Hitzewelle und die heftigen Unwetter zu Pfingsten. Diese sorgten dafür, dass an einigen Stellen innerhalb einer Stunde mehr Regen fiel, als wenige Kilometer entfernt während des gesamten Monats. Hitzerekorde brach das wärmste Pfingstfest seit Messbeginn vor allem im Süden und Osten Deutschlands, wobei die höchsten Temperaturen mit bis zu 37 °C am Oberrhein gemessen wurden. Stürmisches Wetter brachte nur das Sturmtief Gisela in der zweiten Monatshälfte, das sich allerdings vor allem an der Küste (z. B.: 94 km/h – Hiddensee-Dornbusch) und im Flachland auswirkte.

Höchsttemperaturen [°C] am 9. Juni 2014

Abbildung 8: Höchsttemperaturen [°C] am 9. Juni 2014   [2] 

Gewittertiefs mit Starkregen prägten den Juli 2014, der insgesamt sehr nass und warm bilanzierte, dessen Sonnenscheindauer im Bundesdurchschnitt jedoch dem langjährigen Mittel sehr nahe kam. Dabei waren vor allem die Küstenregionen deutlich wärmer, trockener und sonniger als der Rest des Landes, was ausgesprochen ungewöhnlich ist. Spitzenreiter bei der Sonnenscheindauer war die Insel Rügen. Je weiter man allerdings nach Süden kam, umso stärker war der Monat von heftigen Regenfällen geprägt, die nicht nur immer wieder regional für Überschwemmungen sorgten, sondern in Süddeutschland auch neue Niederschlagsrekorde für einen Juli aufstellten. Den letzten Juli mit noch höheren Niederschlagsmengen im Bundesdurchschnitt gab es im Jahr 1992. Am wärmsten war es an den Küsten und in Ostdeutschland, wobei der Spitzenwert bei den Temperaturen während einer kurzen Hitzewelle mit 35 °C in der Lausitz gemessen wurde.

Niederschlagshöhe im Juli 2014

Abbildung 9:  Niederschlagshöhe (absolut in mm und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im Juli 2014 [2]

Auch in diesem Jahr war der Juli wieder der windschwächste Monat und erbrachte mit nur 50 % des Erwartungswertes auch das Windangebot eines Monats, das in diesem Jahr am weitesten hinter den Erwartungen zurückblieb. Sprachen wir beim Juli 2013 schon vom windschwächsten Monat überhaupt seit Beginn der Messung Königshain in Sachsen im Jahr 1993, so überbietet der Juli 2014 diesen Superlativ noch.

Nach einem schwülwarmen Monatsbeginn mit häufigen Gewittern gestaltete sich die zweite Hälfte des August 2014 regelrecht herbstlich. Große Regenmengen an den Küsten und in der Mitte Deutschlands einerseits und eher trockene Witterung im Norden und im Süden des Landes andererseits sorgten insgesamt für eine sehr durchschnittliche bundesweite Niederschlagsbilanz. Temperaturen und Sonnenscheindauer lagen jedoch sehr weit unter den langjährigen Mittelwerten. Aufgrund der anfangs noch warmen und sonnigen Witterung im Norden des Landes fiel die Abweichung von den üblichen Werten dort weniger deutlich aus als im Rest des Landes.
Im zweiten Monatsdrittel gab es auch einige Sturmtiefs, von denen sich der Ex-Hurrikan Bertha mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 km/h in den Bergen (z. B.: 155 km/h – Oberhof) und um 100 km/h im Flachland (z. B.: 102 km/h – Ansbach) am deutlichsten bemerkbar machte.

Wetterkarte vom 11. August 2014

Abbildung 10:  Wetterkarte vom 11. August 2014 [6]

Den September 2014 kennzeichneten vor allem feuchtwarme Luft und heftige Gewitter als echten Spätsommermonat. Drei warme Phasen, unterbrochen von zwei kühleren Abschnitten mit regional ersten Nachtfrösten, sorgten dafür, dass dieser Monat zu einem überdurchschnittlich warmen September wurde, aber dennoch feuchter und trüber ausfiel als sonst. Recht langsam ziehende Gewitter brachten dabei eng begrenzt sehr hohe Niederschlagsmengen – teilweise mit heftigen Überschwemmungen – während der Monat oft nur wenige Kilometer entfernt ausgesprochen trocken ausfiel. Die Sonne ließ sich auf Rügen am häufigsten blicken, wohingegen man sie in den Gebirgen regional tagelang gar nicht zu Gesicht bekam.

Niederschlagshöhe im September 2014

Abbildung 11:  Niederschlagshöhe (absolut in mm und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im September 2014 [2]

Der September fiel – eigentlich ungewöhnlich – etwas windschwächer aus als sein Vormonat. Lediglich Sturmtief Gudrun brachte Windgeschwindigkeiten von mehr als 80 km/h (z. B.: 100 km/h – Helgoland-Oberland; 92 km/h – Brocken) mit sich.

Der Oktober 2014 glänzte durch eine zwar unbeständige aber außergewöhnlich milde Wetterlage. Wie auch beim April scheint sich hier ein Trend hin zu höheren Temperaturen zu entwickeln. Auch hier finden sich alle noch wärmeren Monatsmittel für einen Oktober seit 1881 in den letzten Jahren: 2001 und 2006. Die Niederschlagsmengen und die Sonnenscheindauer liegen im Bundesdurchschnitt recht nahe am langjährigen Mittel, wobei es natürlich wie üblich regionale Unterschiede gibt. Wenig Sonnenschein gab es hauptsächlich gegen Ende des Monats in Süddeutschland. Und Niederschläge brachte vor allem der Ex-Hurrikan Gonzalo mit sich, der die ansonsten konstant milde Witterung Ende des Monats abrupt unterbrach und für eine Sturmflut im Norden, für Orkanböen sowie ein daraus resultierendes Verkehrschaos im Süden und für Überschwemmungen beziehungsweise für stellenweise mehr als einen Meter Neuschnee in den Bergen sorgte.

Dieser sorgte dann auch für Windgeschwindigkeiten von über 140 km/h in den Bergen (z. B.: 148 km/h – Feldberg / Schwarzwald, Spitzingsee) und im Binnenland (z. B.: 141 km/h – Sankt Bartholomä) sowie von mehr als 120 km/h an der Küste (z. B.: 124 km/h – Helgoland).

Wetterkarte vom 22. Oktober 2014

Abbildung 12:  Wetterkarte vom 22. Oktober 2014 [6] 

Was in Bezug auf die Temperatur für den April und den Oktober gilt, gilt auch für den November 2014. Alle Jahre, in denen seit 1881 der November wärmer war als dieser, liegen in der jüngeren Vergangenheit (1994, 2006 und 2009). Neben den spätsommerlich hohen Temperaturen fällt auch die Trockenheit in diesem Monat auf, der mit weniger als der Hälfte des langjährigen Niederschlagsmittels der zweittrockenste der letzten 30 Jahre war. Lediglich die Sonnenscheindauer lag nur geringfügig über ihrem Erwartungswert. Welche Regionen mehr Sonne abbekamen, wurde dabei vor allem durch den Nebel bestimmt. Teile Sachsens sowie der südöstliche Bayerische Wald wurden dank wenig Nebel am meisten von der Sonne verwöhnt. Ein ähnliches Gefälle zeigt sich bei den Niederschlägen. Während es im äußersten Südwesten Deutschlands überdurchschnittlich nass war, gab es nordöstlich der Elbe den wenigsten Regen mit stellenweise nur einem einzigen Regentag.

Niederschlagshöhe und Sonnenscheindauer im November 2014

Abbildung 13:  Niederschlagshöhe (absolut in mm und relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) und Sonnenscheindauer (relativ in % des langjährigen Mittels 1961-1990) im November 2014 [2] 

Mit nur 51 % des Durchschnittswertes aus dem Vergleichszeitraum von 1994 bis 2013 (laut Messung Königshain) lag auch das Windangebot eher auf sommerlichem Niveau. Mit Sturmtief Pia zog zum Monatswechsel von Oktober auf November nur ein einziges Sturmtief in diesem Monat über Deutschland hinweg. Dieses konzentrierte sich jedoch hauptsächlich auf die Südhälfte Deutschlands und sorgte dort für Windböen von mehr als 150 km/h in den Bergen (z. B.: 174 km/h – Zugspitze).

Vergleichsweise mild war auch der Dezember 2014 – wenn auch nicht so deutlich wie die Vormonate. Die Niederschlagsmengen lagen im Bundesdurchschnitt nahe dem langjährigen Mittel, wobei die regionalen Unterschiede sehr deutlich ausfielen. Die Spannweite reichte vom Dreifachen des Mittelwertes im Norden Schleswig-Holsteins bis zu weniger als der Hälfte der sonst üblichen Mengen in Teilen Sachsen-Anhalts. Eine geschlossene Schneedecke auch im Flachland gab es nur zwischen Weihnachten und Silvester kurzzeitig. Darüber hinaus war dieser Monat mit nur etwa 60 % der für einen Dezember normalen Sonnenscheindauer außergewöhnlich trüb. Besonders selten ließ sich die Sonne dabei in Teilen Frankens und im Oberpfälzer Wald blicken, wohingegen es in Südbayern sogar sonniger war als üblich.

Mit einem Windangebot von immerhin 127 % des Durchschnittswertes aus dem Vergleichszeitraum von 1994 bis 2013 (laut Messung Königshain) war der Dezember der einzige Monat dieses Jahres, der den Erwartungswert übertraf, und gleichzeitig der windstärkste Monat seit Dezember 2011. Sturmtiefs verteilten sich in diesem Monat vor allem auf die letzten zwei Monatsdrittel. Flächendeckend brachte dabei Sturmtief Engel kurz vor Weihnachten die höchsten Windgeschwindigkeiten mit sich. Diese lagen in den Bergen und an der Küste über 120 km/h (z. B.: 130 km/h – Brocken) und im Flachland über 100 km/h (z. B.: 118 km/h – Glücksburg-Meierwik). Noch höhere Windgeschwindigkeiten wurden in den Bergen von Randtief Billie (z. B.: 159 km/h – Brocken) Mitte des Monats sowie von Sturmtief Freia (z. B.: 141 km/h – Brocken) um Weihnachten herum erreicht.

Wetterkarte vom 22. Dezember 2014

Abbildung 14:  Wetterkarte vom 22. Dezember 2014 [6]] 


Quellen:

[1] Messdatenauswertung – Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH:
http://www.windgutachten.de

[2] Deutscher Wetterdienst:
http://www.dwd.de

[3] Monatsrückblick von WetterOnline:
http://www.wetteronline.de/wetterrueckblick/

[4] Institut für Meteorologie, Universität Leipzig:
http://www.uni-leipzig.de/~meteo/de/index.php

[5] Meteomedia Unwetterzentrale:
http://www.unwetterzentrale.de/uwz/

[6] Institut für Meteorologie FU Berlin:
http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate/

 

zusammengestellt von: René Nowka, Eik Steinbach, Andreas Köhl
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH