Witterungsreport für Januar bis Juni 2008

Präsentiert von:
der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH

Milder Winter mit viel Wind

Das erste Halbjahr 2008 lieferte im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971-2000 überdurchschnittlich hohe Windenergieerträge. Bedingt wurde dies durch die hohen Erträge der windstarken Wintermonate Januar bis März, während die Erträge der Frühlingsmonate April bis Juni eher unter dem Langzeitmittelwert lagen.

Januar 2008

Der Januar 2008 gestaltete sich recht mild und gehört wie auch der Januar 2007 zu den sieben wärmsten Januaren seit 1961.[2]

Die durchschnittliche Lufttemperatur lag vor allem in Nord- und Ostdeutschland mit Werten zwischen 4°C und 6°C deutlich über dem langjährigen Klimamittel (1961-1990), welches örtlich mit bis zu 5 Kelvin (Magdeburg und Erfurt 5,1 K) überschritten wurde (siehe Abbildung 1).[1]

Im Norden vom Emsland bis zur Oder lagen die Niederschlagswerte 50 bis 150 Prozent über dem langjährigen Mittel. Der Brocken im Harz hatte sogar 300mm Niederschlag.[2]

Abbildung 1: Temperaturkarte des DWD für Januar 2008 [1]
 

Das Sturmtief JETTE brachte zwischen dem 15. und 16. des Monats Spitzenwindböen über 130 km/h im Bergland (Brocken: 133 km/h) und bis zu 90 km/h im Flachland (Aachen: 91km/h).[3] Im Nordosten Deutschlands traten am 26. Januar durch das Tief PAULA Orkanböen bis in die Niederungen auf.[2]

Abbildung 2: Wetterkarte vom 16. Januar 2008 [6]
 

Februar - März 2008

Der Februar wurde von Hochdruckwetterlagen dominiert und war vor allem im Osten und Süden Deutschlands besonders trocken. Teilweise wurden nur Niederschlagswerte von 30 bis 40 Prozent des langjährigen Mittels erreicht. Die Lufttemperaturen lagen im natürlichen Schwankungsbereich.[2]

Ende Februar wurden die Hochdrucklagen von Tiefdruckpassagen abgelöst. Das Tief EMMA vom 29.02. bis 02.03.2008 (siehe Abb. 3) war der stärkste flächendeckende Sturm seit KYRILL im Januar 2007 und lieferte bis ins Flachland heftige Niederschläge sowie Spitzenböen bis zu 150 km/h (z.B. Chemnitz - 152 km/h).[3]

Die Verwüstungen und Schäden waren bei EMMA jedoch geringer als bei KYRILL. Mitte März folgten die Sturmtiefs KIRSTEN (z.B. Karlsruhe - 117 km/h) und LARA (z.B. Freiburg-Ebnet - 104 km/h), welche ebenfalls ergiebige Niederschläge lieferten. [3]

Abbildung 3: Tief EMMA über der Ostsee am 1.3.2008 [6]
 

April - Mai 2008

Der April war vor allem im Süden und Osten Deutschlands mit Monatssummen von 70mm bis 130mm sehr niederschlagsreich.[2] Die mittlere Niederschlagshöhe von 77,6mm überschritt den Referenzwert für 1961-1990 um 33,2 Prozent.[1] Im Nordwesten Deutschlands war es hingegen deutlich trockener (siehe Abbildung 4). Die mittlere Lufttemperatur von 7,6°C lag mit 0,3 Kelvin nur geringfügig über dem statistischen Mittelwert.

Abbildung 4: Niederschlagskarte des DWD für April 2008 [1]
 

Der Mai war warm, extrem trocken und wurde ungewöhnlich stark durch vorherrschende Ostwinde beeinflusst und von kontinentalen Luftmassen geprägt (siehe Abbildung 5).[4] Die Temperatur lag im Mittel bei 14,5°C und damit 2,4K über dem langjährigen Klimamittel. Die Niederschlagssumme lag mit 28,5mm 60% unter dem Mittelwert der internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 (siehe Abbildung 6). Der Mai 2008 war somit der dritttrockenste Monat in Deutschland seit 1901.[1]

Abbildung 5: Windrichtungsverteilung im mittleren Erzgebirgsvorland [4]
 
Abbildung 6: Niederschlagskarte des Deutschen Wetterdienstes [1]
 

Juni 2008

Die anhaltende Trockenheit lieferte auch im Juni vor allem im Norden und Osten von Deutschland meist weniger als 40mm Niederschlag (Beispiele: Rostock - 17,7mm, Hannover - 19,8mm). Im Süden und Westen gab es hingegen teilweise intensive Niederschläge mit Monatssummen über 100mm. Das Monatsmittel des Niederschlags lag für Deutschland bei 59,6mm, was einer negativen Abweichung von knapp 30% vom langjährigen Mittelwert entspricht.[1] Die Monatsmitteltemperatur lag bei 16,9°C und damit 1,6K über dem Referenzwert von 1961-1990.

Quellen:

[1] Deutscher Wetterdienst:
http://metportal.dwd.de

[2] Jahresrückblick von Wetteronline:
http://www.wetteronline.de/feature/rueckblick

[3] Unwetterzentrale:
http://www.meteomedia.ch/index.php?id=222

[4] Messdatenauswertung - Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH:
http://www.windgutachten.de

[5] Wetterzentrale:
http://www.wetterzentrale.de

[6] Bodenwetterkarte und Namen der Druckgebilde:
www.wetterpate.de

 

Autor: Maximilian Berndt
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH