Witterungsreport für Juli bis November 2008

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der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH

2008 - Nahezu ein 100 Prozent Jahr

Während die Erträge in den Wintermonaten vor allem durch einen windreichen März deutlich über dem langjährigen Referenzwert lagen, fielen die Erträge der Frühjahrs- und Sommermonate eher unterdurchschnittlich aus. Ausreißer war der August, dessen Windgebot für Königshain in Sachsen (Messstation der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH) mehr als 50% über dem Erwartungswert für einen durchschnittlichen August lag (vgl. Abbildung 1). Der Herbst weist keine nennenswerten Abweichungen vom Langzeitmittel auf. Das Jahresmittel 2008 scheint bei einem zu erwartenden durchschnittlichen Windangebot für den Dezember im Bereich der 100 Prozent-Marke zu bleiben.


Abbildung 1: Vergleich der Leistungsdichte-INDIZES[4]

Der Monat Juli war im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-90 recht warm. Mit 18,0°C lag die Monatsmitteltemperatur für Deutschland 1,1 Kelvin über dem Referenzzeitraum.[1] Trockene Südostwindlagen brachten vor allem zum Monatsanfang und in der letzten Woche hochsommerliche Wärme. An den übrigen Tagen des Monats lieferten Tiefdruck- und Westwindlagen abwechslungsreiches "Aprilwetter".[2]

Das Nordsee-Sturmtief YVONNE (vgl. Abbildung 2) brachte in der Zeit vom 18.07.2008 bis 21.07.2008 mit dem Durchzug der Kaltfront kräftige Schauer und Gewitter sowie Spitzenböen über 90 km/h im Flachland (z.B. 91 km/h - Köln/Bonn-Flughafen), an der Küste sogar über 100 km/h (z.B. 111 km/h - Borkum, Ostfriesland).[3] Für die Windenergie lieferte der Juli ein durchschnittliches Windangebot. Der Leistungsdichte-Index für Königshain betrug 99% des Referenzwerts für den Monat Juli.


Abbildung 2: Wetterkarte vom 20.07.2008 [5]
 

Feucht präsentierte sich der August 2008 im Norden, Nordwesten und in den süddeutschen Bergländern (63% Flächenanteil), während der übrige Teil Deutschlands vor allem in Thüringen und Hessen deutlich zu trocken war. Die mittlere Niederschlagshöhe für Deutschland lag mit 87 mm 12,8% über dem Referenzwert von 1961-1990.[1] Verursacht wurde dies durch ausgeprägte Südwestwetterlagen, die mit Teiltiefs wie BIRGIT starke Regenfälle, unwetterartige Gewitter und Sturmböen lieferten.[2] Im Zeitraum 03.08.2008 bis 05.08.2008 brachte BIRGIT (siehe Abbildung 3) Spitzenwindböen von über 100 km/h im Bergland und an den Küsten (z.B. 126 km/h - Brocken, 120 km/h - Hiddensee-Dornbusch).[3]

Der August war windreich: die Leistungsdichte am Standort der Messung Königshain lag ca. 57% über dem Referenzwert von 1993-2007 für den Monat August.

Die mittlere Lufttemperatur für den August lag mit 17,4°C etwas (0,9 Kelvin) über dem über dem langjährigen Durchschnittswert.[1]


Abbildung 3: Wetterkarte vom 5. August 2008 [5]
 

Sowohl die Mitteltemperatur als auch die Niederschlagshöhe lagen im September unter den Werten des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990. Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 12.4°C.[1] Kalte Nordost- und Ostwetterlagen bescherten erste Nachtfröste bis in die Täler. Der September war damit seit Dezember 2007 der erste Monat mit einer Mitteltemperatur, die unter dem Referenzwert lag (vgl. Abbildung 4).[2]

Die mittlere Niederschlagshöhe im September 2008 betrug 8% weniger als im Referenzzeitraum. Während in Küstennähe lediglich 30 bis 50 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmengen fielen, lieferten unter Tiefdruckeinfluss stehende Nordostwetterlagen besonders im Osten und den Mittelgebirgen ergiebige Niederschläge.[2] Der September war recht windstill und erreichte nur ca. 64% der Leistungsdichte für den Referenzzeitraum 1993-2007 für den Monat September.


Abbildung 4: Messungen am Institut für Meteorologie, Universität Leipzig [6]

Außergewöhnlich feucht gestaltete sich der Oktober mit einem Niederschlagsüberschuss von 34,8% im Vergleich zum Bezugszeitraum (siehe Abbildung 5).[1] Verursacht wurde dies vor allem durch die Tiefdruckgebiete QUINTA und YULIETTA die 75 bis 100 mm im Osten sowie 150 bis 180 mm Niederschlag im Südwesten und Nordosten lieferten. QUINTA brachte Spitzenwindböen über 110 km/h im Bergland und Küstenbereich (z.B. 141 km/h - Brocken, 119 km/h - Kap Arkona/Rügen) sowie über 100 km/h im Flachland (z.B. 107 km/h - Kabelsketal, 104 km/h - Süpplingen).[3]

Der Oktober erreichte eine Leistungsdichte, die ca. 89% des Erwartungswerts für einen durchschnittlichen Oktober der Referenzperiode 1993-2007 entsprach.

Die Durchschnittstemperatur für Deutschland entsprach mit 9,1°C nahezu dem Wert der internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-90.[1]


Abbildung 5: Niederschlagskarte des DWD [1]
 

Im Gegensatz zum Oktober war der November verhältnismäßig trocken. Vor allem im Südwesten Deutschlands erreichten die Niederschläge kaum 50% des Langzeitmittelwertes der Referenzperiode (1961-1990).[1] Die mittlere Lufttemperatur überschritt auch in diesem Monat wieder das langjährige Klimamittel. Milde Luftmassen dominierten die erste Monatshälfte und brachten örtlich bis über 20°C, während die 2. Hälfte mit ersten starken Schneefällen und Nachtfrösten deutlich kälter ausfiel.[2]

Das Windangebot im November übertraf den Erwartungswert für einen durchschnittlichen November (Referenzperiode 1993-2007) um ca. 11%.


Quellen:

[1] Deutscher Wetterdienst:
http://metportal.dwd.de

[2] Jahresrückblick von Wetteronline:
http://www.wetteronline.de/feature/rueckblick

[3] Unwetterereignisse - Meteomedia:
http://www.meteomedia.ch

[4] Messdatenauswertung - Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH:
http://www.windgutachten.de

[5] Institut für Meteorologie FU Berlin:
www.wetterpate.de

[6] Institut für Meteorologie, Universität Leipzig:
http://www.uni-leipzig.de

 

Autor: Maximilian Berndt
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH