Witterungsreport fürJuli bis September 2009

Präsentiert von:
der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH

Kaum Erholung vom windarmen Jahresbeginn 2009

Nachdem das Windangebot des ersten Halbjahres weit hinter den Erwartungen zurückblieb, wurden auch im dritten Quartal dieses Jahres nur unterdurchschnittliche Ertragswerte erzielt. Wie die Auswertung des Windangebotes am Standort Königshain in Sachsen (Messstation der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH) zeigt, überstieg das Windangebot nur im Juli den Referenzwert aus dem Zeitraum von 1993 bis 2007 geringfügig, wohingegen der August, insbesondere aber der September, deutlich hinter dem Mittel zurückblieben (vgl. Abbildung 1). Insgesamt erbrachte das bisherige Jahr 73 % des Windangebotes, welches im Durchschnitt im Zeitraum von Januar bis September zu erwarten ist. Es bleibt zu hoffen, dass das Jahresende eine Normalisierung des Windangebotes mit sich bringt. Dann könnten noch 81 % des üblichen Jahresertrages erreicht werden.


Vergleich Leistungsdichte-Indizes
Abbildung 1: Vergleich der Leistungsdichte-Indizes [3]

Ausgesprochen unbeständig zeigte sich der Juli. Wechselhafte Temperaturen und viel Regen standen einigen Schönwetterphasen gegenüber, von denen aber nur wenige länger andauerten. Die Sonnenstunden und im Süden auch die Temperaturen entsprachen in etwa dem langjährigen Mittel. Der Norden des Landes konnte sich jedoch über höhere Temperaturen freuen. Die Niederschlagsmengen waren ungewöhnlich hoch, allerdings sehr ungleichmäßig verteilt, wie es für einen mitteleuropäischen Hochsommer durchaus nicht außergewöhnlich ist. Vor allem im Osten und Süden Deutschlands kam es auch zu einigen unwetterartigen Gewittern.[2]

Mit 113 % des Juli-Referenzwertes (Zeitraum 1993 – 2007) an der Messstation Königshain lag das Windangebot im Juli leicht über dem Durchschnitt.


Monatsmitteltemperatur 2009
Abbildung 2: Messwerte der Temperatur am Institut für Meteorologie, Universität Leipzig [4]

Sonnig, warm und trocken sind die Eigenschaften, die den Charakter des Augustes am besten beschreiben. Die Durchschnittstemperaturen lagen je nach Region um etwa 1 bis 3,5 K über dem langjährigen Mittel.[2] Die höchste Temperatur wurde mit 37,8 °C im nordrhein-westfälischen Rahden-Varl gemessen.[1] Damit war es der wärmste August seit dem Rekord-August 2003. Auch die Zahl der Sonnenstunden lag über dem Durchschnitt. Die Niederschlagsmengen erreichten hingegen überwiegend nur etwa 50 bis 60 % des Üblichen. Lediglich der Nordseeraum und einzelne Gebiete in Süddeutschland bekamen mehr Regen ab.[2]

Der Leistungsdichte-Index für den Standort Königshain lag bei 83 % des Referenzwertes für einen August.

Warm und sonnig war auch der September. Mit spätsommerlichem Wetter begann der Monat, bevor im späteren Verlauf vorübergehend kühles und wechselhaftes Wetter zum Zuge kam. Die Temperaturen lagen insbesondere im Osten des Landes über dem langjährigen Mittel. Auch bei der Sonnenscheindauer wurden die monatlichen Durchschnittswerte verbreitet – vor allem im Osten – um etwa ein Drittel überschritten. In weiten Teilen des Landes erreichten die Niederschläge nicht mehr als die Hälfte der für diesen Monat üblichen Mengen. Nur in Thüringen wurde das langjährige Mittel für die Niederschläge erheblich überschritten.[2]


Wetterkarte vom 4. September 2009
Abbildung 3: Wetterkarte vom 4. September 2009 [6]

Zu Beginn des Monats wirkte sich der ehemalige Tropensturm DANNY auf Deutschland aus und machte sich mit Böen von über 120 km/h in den Bergen und an der Küste (z.B. 126 km/h – Feldberg/Schwarzwald, 124 km/h – Hörnum/Sylt) sowie bis zu 100 km/h im Flachland (z.B. 102 km/h – Hopferau/Allgäu) bemerkbar.[5] Dennoch blieb der September insgesamt mit einem Windangebot von nur 68 % des langjährigen Septembermittelwertes an der Messstation Königshain recht deutlich hinter dem Erwartungswert zurück.


Quellen:

[1] Deutscher Wetterdienst:
http://metportal.dwd.de

[2] Monatsrückblick von WetterOnline:
http://www.wetteronline.de/wotexte/redaktion/rueckblick/

[3] Messdatenauswertung – Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH:
http://www.windgutachten.de

[4] Institut für Meteorologie, Universität Leipzig:
http://www.uni-leipzig.de

[5] Unwetterereignisse – Meteomedia:
http://www.meteomedia.ch

[6] Institut für Meteorologie FU Berlin:
http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate/

Autor: René Nowka
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH