Witterungsreport Oktober 2005

Präsentiert von:
der Firma AL-PRO in Zusammenarbeit mit der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH
 

Der Oktober ist üblicherweise der Monat im Jahr, in dem nach dem ertragsschwachen Sommerhalbjahr wieder eine höhere Stromproduktion von Windenergieanlagen erwartet wird. Die Ursachen dafür liegen in der im Herbst wieder zunehmenden Intensität der Tiefdruckgebiete, die aus einem zunehmenden Druckgradienten zwischen dem schon frühwinterlichen Nordeuropa und dem noch heißen Südeuropa entstehen.

Mit der abnehmenden Einstrahlung der Sonne auf der Nordhalbkugel entwickeln sich im Polargebiet hochreichende Kaltluftmassen. Durch ihre Ausbrüche in Richtung Süden erhöht sich die Strömungstätigkeit im Bereich der Polarfront, wodurch bereits im Oktober eine Zeit der Stürme eingeleitet werden kann.

Da sich die Atmosphäre aber in einer Umstellungsphase befindet und diese Umstellung nicht von heute auf morgen stattfindet, können auch lang andauernde Hochdruckwetterlagen wetterbestimmend sein. Die dabei im Allgemeinen geringen Luftdruckunterschiede bewirken ein über viele Tage anhaltendes ruhiges Wetter.

Der diesjährige Oktober wurde durch die zweitgenannten Wetterlagen dominiert, woraus eine unterdurchschnittliche Stromproduktion der Windenergieanlagen in Deutschland im Vergleich zum langjährigen Oktobermittel resultierte.

Ebenso wie der September durch das starke Hochdruckgebiet NANE [1] windarm geendet hatte, begann auch der Oktober.

Das in den ersten drei Wochen des Oktobers dominierende ruhige Hochdruckwetter wurde durch Blockierungslagen der Hochdruckgebiete OLDENBURGIA [1] über dem Baltikum und nachfolgend QUERIDA [1]über Skandinavien hervorgerufen.

Tiefdruckgebiete wurden in diesem Zeitraum auf eine weit nördliche Bahn gezwungen, wodurch ihr Einfluss und der ihrer Ausläufer auf Deutschland erheblich geschwächt wurde.

In Abbildung 1 ist die Wetterlage vom 07. Oktober dargestellt. Sie zeigt die für den Oktober 2005 typische Wetterlage. Abbildung 2 enthält die dazugehörige Verteilung der Windgeschwindigkeit. Deutlich zu erkennen sind die hohen Windgeschwindigkeiten im Bereich des Tiefdruckgebietes über dem Atlantik und die geringen Windgeschwindigkeiten im Bereich des Einflussgebietes des Hochs OLDENBURGIA.


Abbildung 1:
Wetterlage vom 07. Oktober 2005. Das Hochdruckgebiet OLDENBURGIA befindet sich mit seinem Zentrum über dem Baltikum und blockiert atlantischen Tiefdruckgebieten und ihren Ausläufern den Weg aufs europäische Festland [2].

 
Abbildung 2:
Die zu Abbildung 1 gehörige Windgeschwindigkeitsverteilung über Europa zeigt im Bereich des Tiefdruckgebietes über dem Atlantik Windgeschwindigkeiten im Bereich von etwa 20 m/s. Über dem europäischen Festland liegen die Windgeschwindigkeiten mit 3 m/s im Bereich von OLDENBURGIA deutlich niedriger [2].

 

Zu Beginn des letzten Monatsdrittels wurden mit dem Abzug der bis dahin wetterbestimmenden QUERIDA Richtung Balkan die Blockierungslagen kurz unterbrochen.

Es stellte sich eine kräftige, von West nach Ost gerichtete Höhenströmung im Bereich der Polarfront ein. Mit dieser wurde kurzzeitig den Tiefdruckgebieten DANNY, EBERHARD, FRANCI, GUNTHER, HEIDO, INNOCENTIUS [1] und ihren Ausläufern ein großer Einfluss auf das Gebiet Deutschlands ermöglicht. Der im Bereich der Polarfront große Druckgradient bewirkte einen kräftigen Wind.

Die windige Phase hielt jedoch nur kurz an, und zum Monatsende dehnte sich eine Hochdruckzone vom Mittelmeer nach Nordeuropa aus. Sie verhinderte den allzu starken Einfluss des ehemaligen Hurrikans ex-WILMA und des Tiefdruckgebietes JAKOB [1], wodurch sich der Übergang in den November windschwach gestaltete.


Quellen:

[1] Bezeichnung der Druckgebiete:
www.wetterpate.de

[2] Wetterkarte:
www.wetterzentrale.de

 

Autorin: Dipl.-Met. Jana Sebecker (AL-PRO)