Witterungsreport für September bis Dezember 2007

Präsentiert von:
der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH

2007 - Windstärkstes Jahr seit 1998

2007 war das windstärkste Jahr seit 1998, dies ergab eine Auswertung eigener Messdaten und NCEP-Reanalyse-Daten durch die Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH. Ursache dafür war vor allem die ganzjährliche Dominanz von Tiefdrucklagen und die damit verbundenen höheren Windgeschwindigkeiten.

Die Jahresmitteltemperatur 2007 lag mit 9,8°C knapp unter der des Rekordjahres 2000, welches mit einer durchschnittlichen Lufttemperatur von 9,9°C das wärmste Jahr seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901 war.[1]
Im Vergleich zu den Rekordwerten für Temperatur und Niederschlag im Frühjahr (siehe Witterungsreport: April bis August) sowie den heftigen Winterstürmen des Monats Januar, verlief der Rest des Jahres 2007 aus meteorologischer Sicht relativ unspektakulär.

Die langjährige Monatsmitteltemperatur wurde im September erstmals seit August 2006 wieder unterschritten. Der Monat war um 0,8K kühler als das 30-jährige Mittel von 13,3°C.[1] Die Niederschlagssumme war regional sehr unterschiedlich ausgeprägt und lag mit 93 mm ca. 53 Prozent über dem Mittelwert. Stauniederschläge durch Nord- sowie Nordwestwetterlagen brachten dem östlichen und nördlichen Mittelgebirgsraum Regenmengen, die teilweise das 2,5-fache des klimatologischen Mittelwerts erreichten.[2]


Abbildung 1: Niederschlagssummen und Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 im September 2007 [4]
 

Um den 28. September lieferte das von Süden über die Alpen ziehende Tief FAYSAL zusätzlich intensive Niederschläge, bei Spitzenwindgeschwindigkeiten von über 100 km/h im Bergland (Zugspitze: 111 km/h) und über 75 km/h im Flachland (Travemünde: 80 km/h).[3]

Im Norden, vor allem im Ostseeraum, und vom südlichen Rheinland bis nach Baden-Württemberg war es vergleichsweise trocken.[2]


Abbildung 2: Wetterkarte vom 28. September 2007 [5]
 

Auch Oktober und November fielen mit 8,4°C bzw. 3,7°C etwas kühler als das langjährige Mittel aus. Die Niederschlagsmenge im Oktober lag nur bei ca. 40% des Mittelwertes, während im November der Monatsdurchschnitt um 19% überschritten wurde.[1]

Das Orkantief TILO verursachte vom 8.11. bis 12.11. an der Nordseeküste eine heftige Sturmflut mit Windgeschwindigkeitsspitzen von 130 km/h.[2] Die Ausläufer des Tiefs reichten bis ins Allgäu - Nebelhorn mit 152km/h - .[3]


Abbildung 3: Wetterkarte vom 9. November 2007 [5]
 

Es folgte ein Wintereinbruch, welcher in den östlichen Mittelgebirgen bis 1m Schnee lieferte. Am 17. November fielen die Temperaturen im Allgäu sogar auf -18°C. Die Kälteperiode hielt jedoch nur eine Woche an.

Die Monatsmitteltemperatur im Dezember war wieder etwas höher als der langjährige Wert. Der Niederschlag lag ca. 15% unter dem monatlichen Durchschnitt. Außerdem war der Monat durch etliche Sturmtiefs mit Böen über 100 km/h geprägt. Als besonders stark erwies sich das Tief FRIDTJOF mit Windgeschwindigkeiten über 150km/h im Bergland z.B. am Nebelhorn im Allgäu mit 174km/h und 100km/h im Flachland z.B. in Karlsruhe 107km/h. Gefolgt wurde es am 6.12.2007 vom Tief HANNES, dessen Spitzen im Gebirge etwas schwächer (Brocken: 141km/h), dafür aber im Tiefland etwas stärker ausfielen.[3]


Abbildung 4: Wind im 850hPa-Niveau [6]
 

Quellen:

[1] Deutscher Wetterdienst:
http://metportal.dwd.de

[2] Jahresrückblick von Wetteronline:
http://www.wetteronline.de/feature/rueckblick

[3] Unwetterzentrale:
http://www.unwetterzentrale.de/uwz/spezial/sturm07/sturmtiefsaison0708.html

[4] Niederschlagskarte des Deutschen Wetterdienstes:
www.dwd.de

[5] Bodenwetterkarte und Namen der Druckgebilde:
www.wetterpate.de

[6] Wetterkarte der Wetterzentrale:
www.wetterzentrale.de

 

Autoren: Maximilian Berndt, Andreas Köhl, Philip Tafarte
Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH