Witterungsreport September 2005

Präsentiert von:
der Ingenieurbüro Kuntzsch GmbH in Zusammenarbeit mit der Firma AL-PRO
 

Der September 2005 war nach ersten Auswertungen in allen Gebieten Deutschlands bezüglich des Windangebots unterdurchschnittlich. Weder an der Küste noch im Binnenland wurde das Niveau der für einen September typischen langjährigen mittleren Windbedingungen erreicht. Der September war sogar in nahezu allen Gebieten Deutschlands der bisher windärmste Monat des Jahres 2005.

Durch blockierende Hochdruckgebiete über Südwest- und Osteuropa wurden die Tiefdruckgebiete weit nördlich von Deutschland entlang gelenkt. Die Luftdruckunterschiede über Deutschland waren somit im Mittel nur gering und hatten die unterdurchschnittlichen Windverhältnisse zur Folge.

Die erste Dekade des September war, wie sich schon Ende August andeutete, von den Hochdruckgebieten INDRA und HERLINDE über Mitteleuropa mit zunehmend warmer und sonniger Witterung geprägt. In den ersten Tagen griffen noch einige schwache Ausläufer des Tiefs QUIRIN über Nordeuropa auf Deutschland über und brachten vereinzelt Regen.

Ab dem 6. September nahm der Hochdruckeinfluss durch Verlagerung von INDRA nach Osten stetig ab, so dass der Norden Deutschlands von den Ausläufern des ehemaligen Hurrikans KATRINA gestreift wurde. Tropische Wirbelstürme waren in den letzten 2 Monaten angesichts der mehrfach sichtbar gewordenen Zerstörungskraft in aller Munde. Ihre Zugbahn führt häufig über den Osten Nordamerikas nach Norden. Nach Erreichen der Frontalzone gliedern sie sich in die Westwinddrift ein und erreichen als "normale" Tiefdruckgebiete Europa.

Am 10. und 11. September brachten die beiden schwachen Tiefs RUDI und SIEGFRIED über Mitteleuropa in der Südhälfte Deutschlands teils ergiebige Niederschläge.

Ab dem 12. September verstärkte sich das Hoch JOLA über dem Ostatlantik und lenkte die ehemaligen Wirbelstürme MARIA und NATE (in der Wetterkarte mit "ex-MARIA" und "ex-NATE" bezeichnet) nach Norden ab, so dass ihre Ausläufer in den nächsten Tagen nur abgeschwächt in Deutschland wirksam werden konnten. (siehe Abbildung) Zusammen mit dem Tief TAKASHI, welches am 15. und 16. September Deutschland überquerte, sorgten sie jedoch für windreichere Verhältnisse.


Abbildung:
Typische Wetterlage für den September 2005: Ein blockierendes Hoch liegt über Zentraleuropa und lenkt die Tiefdruckgebiete weit nördlich von Deutschland über Skandinavien ab. [2]

 

In den folgenden Tagen verstärkte das Hoch KATJA von Westen kommend seinen Einfluss auf unser Gebiet, so dass sich wiederum freundliche und windarme Witterung durchsetzte. Am 21. bildete sich über Europa eine Hochdruckbrücke zwischen KATJA im Osten und LILO über Mitteleuropa.

Hoch LILO zog sich ab dem 23. September allmählich nach Osten zurück und machte somit den Weg frei für die folgenden Tiefdruckgebiete, die einen unbeständigen Witterungsabschnitt mit etwas mehr Wind und häufigen Niederschlägen brachten. In rascher Folge überquerten YANN, ZELJKO und ARNOLD Deutschland. Gegen Ende des Monats verstärkte Hoch NANE seinen Einfluss auf Mitteleuropa. Auch der Ex-Hurrikan RITA konnte so nur geringen Einfluss auf das Wettergeschehen in Deutschland nehmen.


Quellen:

[1] Bezeichnung der Druckgebiete:
www.wetterpate.de

[2] Wetterkarte:
www.wetterzentrale.de

 

Autor: Dipl.-Met. Eik Steinbach